Autor Tiago de Silva im Interview

Tiago de Silva ist ein ehemaliger Anwalt aus Sydney, der nun Autor und Dauerreisender ist. Sein erstes Werk, Reading Seraphina, wurde im Januar 2018 publiziert. Tiago ist für viele eine große Inspiration, da er einen großen Schritt in Richtung Selbstbestimmung gewagt hat und sich von einem Leben abgewandt hat, in dem er nicht mehr glücklich war.

Tiago, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Für all diejenigen, die dich noch nicht kennen, könntest du dich in 3-4 Sätzen vorstellen?
Ich bin 35 Jahre alt, bin im Süden Englands geboren und dort, später auch in Australien, aufgewachsen. Im November 2016 habe ich Sydney verlassen, um mein Leben dem Reisen zu widmen. Meine Interessen gelten Yoga, Geschichte, Literatur, Kochen und natürlich – dem Reisen.

Du hast im Januar dein erstes Buch „Reading Seraphina“ veröffentlicht. Um was geht es in deinem Buch und woher kam die Inspiration für die fiktionale Geschichte?
Im Jahr 2015 habe ich mich in einer großen Krise befunden. Ein Kollege von mir hatte bemerkt, dass es mir nicht gut ging und kam eines Tages in mein Büro, um mir vorzuschlagen, dass ich ein Nebenprojekt starten sollte, etwas, dass mir wieder Freude in mein Leben bringt. Eigentlich wollte ich ihn am Liebsten aus meinem Büro schmeissen und meine Ruhe haben, aber ich hörte ihm trotzdem zu. Er fragte mich nach meinen Interessen und ich erzählte von meiner Leidenschaft für animierte Disneyfilme und Geschichte. Also schlug er mir vor ein Drehbuch für eine Art Disney Abenteuer Story zu schreiben, die auf historischen Ereignissen basiert. Als ich das Projekt dann im Jahr 2017 tatsächlich anging entschied ich mich anstatt eines Drehbuchs ein Buch zu schreiben.

Bevor du ein Autor wurdest war dein Leben ganz anders. Wie sah es aus und was genau bewegte dich dazu ein Buch zu schreiben?
Ich hatte „alles“. Ich habe zwei Geschäfte in Sydney geführt, eines davon eine Anwaltskanzlei. Ich hatte ein wunderschönes Appartment, ein gutes Auto und von außen betrachtet ein großartiges Leben. Ich war jedoch nicht glücklich. Die Entscheidung Sydney zu verlassen war sehr wichtig für mein persönliches Wohlbefinden. Das Buch stand seit 2015 auf meiner To-Do Liste und als ich nach einigen Cocktails im Februar 2017 in meiner Hotel Suite in Los Angeles saß dachte ich mir „es ist Zeit dieses Buch zu schreiben“. Alles andere ist Vergangenheit.

Erst kürzlich hast du dich zum Yogalehrer zertifizieren lassen. Was für einen Einfluss hat Yoga auf dein Leben und wieso hast du dich für eine Yoga Ausbildung entschieden?
​Yoga hat einen tiefgreifenden Einfluss auf mich, vor allem seit ich meine Yoga Ausbildung beendet habe. Yoga ist so viel mehr als das, zu was es in den meisten Orten der Welt mutiert ist: eine Art Workout. In erster Linie ist es eine spirituelle Praxis und die Erfahrungen, die ich während meiner Ausbildung gemacht habe haben mich dazu bewogen Yoga tiefgreifender zu praktizieren und eine tägliche Yogapraxis in mein Leben zu integrieren. Ich habe mich also für die Ausbildung entschieden, um meine eigenen Yogapraktiken zu vertiefen – und das hat es definitiv getan.

In deinem Artikel „Why we choose Darkness“ auf Medium sprichst du darüber, eigens erschaffene Glaubenssätze der eigenen Wertlosigkeit aufzulösen. Auf welche Art und Weise ist das Autoren Dasein, die tägliche Yogapraxis und das viele um die Welt reisen Werkzeug um negative Glaubenssätze aufzulösen?
In erster Linie sind diese Dinge Reminder daran, wie ich mein Leben geändert habe. Die negativen Glaubenssätze sind das Ergebnis unserer Suche nach Beweisen, dass wir tatsächlich so schlimm sind, wie wir denken. Ich sammle nun eher Beweise für positive Glaubenssätze und ich erinnere mich regelmäßig daran wie wunderbar mein Leben ist. Das hört sich für manche vielleicht arrogant an, aber ich denke sich selbst zu zelebrieren ist wichtig. In jedem von uns steckt etwas Großartiges.

Du bist eine dieser inspirierenden Menschen, auf die Andere schauen und sagen: Wie schafft er es das zu tun, was er tut? Hast du ein Rezept für deinen Erfolg?
Tägliche Routinen sind der Schlüssel. Für mich persönlich ist es eine ganzheitliche Yogapraxis mit Asana, Pranayama und Meditation, Dankbarkeit und gut zu mir selbst zu sein. Ich versuche mich so oft wie möglich daran zu erinnern, dass der Wert meiner Person nicht davon abhängig ist wieviel ich an einem Tag schaffe. Das zu wissen ist eine große Quelle der Freiheit und diese Freiheit ist sehr wichtig für mich.

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